Gerardo
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Brief von Gerardo vom 17. Mai 2009

Gerardo

Gerardo


Bundesgefängnis von Victorville, Kalifornien
17. Mai 2009

Liebe Brüder Josie und Dirk,

(auf Spanisch:) der letzte Brief von Euch ist vom 12. April, und wie immer habe ich ihn ...Was!? (Auf Englisch) Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich in Spanisch schreibe (aber wahrscheinlich kann ich Euch bald ganze Briefe in Spanisch schreiben ... richtig?) Es hat mich einige Zeit gekostet zu antworten, weil ich - neben den gewohnten "Problemen" - diese Aufkleber für die Briefumschläge machen muss, ich muss die Personen, denen ich schreibe, registrieren, und ich habe eine limitierte Anzahl von Personen, die ich registrieren kann ... wie auch immer. Vielen Dank für Euren Brief und die Anlagen, ich mag diese Flugblätter. Es ist jetzt zu spät, aber Frohen Hochzeitstag! (Ich meine Jubiläum). Ich versuche nächstes Jahr, daran zu denken. Ich bin froh, dass Euch das Gedicht über die Fünf gefallen hat. Ich schicke Euch ein weiteres vom selben Autor, das Adriana gewidmet ist. Es ist großartig.
Nur falls Ihr noch nicht davon gehört habt, möchte ich Euch einen sehr interessanten "Blog" empfehlen: http://www.wordpress.com . Ich weiß nicht, wer ihn schreibt, aber er enthält sehr gute und pfiffige Artikel. Es gibt so viele schreckliche Seiten im Internet, die Lügen über Kuba verbreiten, dass ich jedes Mal, wenn ich eine gute kennenlerne, sie unter unseren Freunden zu verbreiten suche.
Jetzt scheint es, als ob der Supreme Court am 22. Juni entscheiden wird, ob er unseren Fall anhören will oder nicht. Die Staatsanwälte haben drei Mal um Verlängerung gebeten, etwas sehr Ungewöhnliches. Der letzte Termin für die Abgabe ihrer Argumente ist der 22. Mai [laut Weinglass der 28. Mai Anm. d. Ü.]. Wir wissen nicht, was passieren wird… Das einzige, was wir wissen ist, dass wir Widerstand leisten werden, bis wir in Kuba sind, und dass wir uns darauf verlassen können, dass Ihr unseren Kampf fortführt. Grüße und Dank an alle unsere Freunde in Deutschland.

     ĦHasta la Victoria Siempre!      Eine kräftige Umarmung!

gez.: Gerardo

Deutsch: ĦBasta Ya! (db)

Eine Heldin im Kampf wider mangelnde Glaubwürdigkeit

Für Adriana Pérez

Sie muss einen Kampf gewinnen, einen Kampf,
den sie nie aufnehmen wollte, einen Kampf,
der ihr unter grausamsten Bedingungen aufgezwungen wurde.

Sie zeigt keine Schwäche: die Tränen
sind nur Zeichen ihrer Menschlichkeit.
Und sie zeigt keine Überheblichkeit: Sie wird
den Kampf durch Bescheidenheit gewinnen.

Sie spricht sanft und überzeugend,
mit klarer Stimme, eindeutig in ihrer Aussage
und von fester unerschütterlicher Überzeugung,
denn sie kämpft gegen ungerechte Verurteilung.

Sie muss einen Kampf gewinnen, einen Kampf
der Widrigkeiten, und es gibt keine Waffenruhe
noch Zeit für Verzweiflung. Doch es gibt viele,
die ihr beistehen und ihre Sache unterstützen.
Sie fordern ohne Unterlass die Freilassung
dieser Männer.

Sie waren noch so jung, als sie einander trafen.
Es scheint so lange her zu sein.
Ob sie wohl manchmal vergisst, wie es war
zwischen ihnen beiden, als ihr ganzes gemeinsames Leben
noch vor ihnen lag? Für alle vier Frauen
ist die Trennung eine Vergewaltigung,
die wir auf das Heftigste anprangern.

Die Zukunft macht nur noch Sinn durch
Ihre Rückkehr. Ihre Herzen brennen vor Sehnsucht.
Und wie die Blumen zur Sonne, so drängen ihre Herzen
ans Licht. Und sie sind nicht allein.
Die Fünf sind nicht allein. Dieses Unrecht
wird aufhören, Adriana, und - wie Du schon sagtest -
Eure Ehe wird dann die beste der Welt sein.

Tony Walton

Deutsch: ĦBasta Ya! (jmb)

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