Journalisten in Miami - entweder bezahlt oder bestraft

Salvador Capote, 5. September 2012, für Antiterroristas

In seinem Artikel, "Journalists in Miami. Either Paid or Punished", greift Salvador Capote, ein Mitglied der progressiven Gemeinde in Miami, noch einmal wie zuvor schon der Präsident des Kubanischen Parlaments Ricardo Alarcón (vgl.: unsere Übersetzungen vom 6. und 10. September) den 2006 von dem Journalisten Oscar Corral aufgedeckten Skandal der von der US-Regierung für eine vorverurteilende Berichterstattung gekauften "Journalisten" auf, die für die "Cuban Five" eine Lynchjustiz-artige Atmosphäre an ihrem Gerichtsort Miami schuf.
Er schreibt, die Erklärung für den "mediokren Journalismus", der in Miami und Umgebung "über so viele Jahre stets im Dienst der schlimmsten Sache" gestanden habe, sei nicht nur in den besonderen wirtschaftlichen Umständen Floridas, zu suchen, wie die verführerische Situation für Journalisten, zusätzliches Einkommen über Radio und TV Martí verdienen zu können oder über Regierungsagenturen wie USAID, deren Interesse darin liege, in Kuba Subversion zu betreiben, noch sei es ein streng ideologisches Phänomen. Man müsse vielmehr "Miamis soziale Struktur betrachten, in der der professionelle, unabhängige Journalismus eingebettet ist. Die Wenigen, die es über alternative Presse oder Radio versucht haben, mussten und müssen noch einen hohen Preis dafür bezahlen."
Es gebe in Miami keine Wahl zwischen verschiedenen Graden der Freiheit oder des individuellen Handelns, insbesondere, wenn es um Kuba ginge. Und das gelte bis heute für alle Journalisten. "Ihre Aktivitäten waren nicht nur von den Geldbeträgen, die sie erhielten, bestimmt, sondern auch von der militanten Disziplinierung dieser Organisationen." Es gebe dort 200 kubanisch-amerikanische Organisationen mit jeweiligen anti-castristischen Agendas. In Miamis Medien sei "so ein söldnerisches Verhalten keine Ausnahme, sondern die Regel".
All' dies bilde die Propagandaplattform für kubanisch-amerikanische Kongressabgeordnete. Auch er erinnert an den Fall Elian González und daran, wie Janet Reno als damalige Justizministerin für ihre Unterstützung der Rückkehr von Elian mit seinem Vater nach Kuba durch Diffamierung bestraft wurde.
"Jahre später war Oscar Corral die Zielscheibe für eine persönliche Schmutzkampagne und sah seine Berufskarriere dadurch zerstört, dass er der Erste war, der die Regierungsgelder an zehn Journalisten in Miami anprangerte.
Die sozialen Verflechtungen machten es unmöglich, auch nur einen geringfügig objektiven Journalismus auszuüben, sobald es im Entferntesten mit dem Thema Kuba zu tun hatte. Es war das klassische Dilemma mit der Karotte und dem Stock. Die Karotte war die Bezahlung der Regierung, und der Stock war der mögliche Verlust des Arbeitsplatzes, der Ausschluss und die Angst vor größeren Repressalien. Das Geld, das jemand verdienen konnte, gehörte natürlich zum Spiel, aber die soziale Stellung und das Gehalt, das man verlieren konnte (indem man nicht mitspielte), war kein geringerer Einflussfaktor."

Aus der englischen Übersetzung von Machetera, ¡Basta Ya! (jmb)

(Quelle: www.freethefive.org, vom 5. September 2012)

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