Internationale Kommission in London fordert Obama auf, die Fünf zu befreien

Am 7. und 8. März machten sachkundige Zeugen, Anwälte und Familienmitglieder der "Cuban Five" vor einer Zuhörerschaft von 250 Leuten in der renommierten "Law Society" im Zentrum von London schlagkräftige Aussagen, um für die unverzügliche Freilassung der drei noch in US-Gefängnissen befindlichen Mitglieder der Cuban Five zu plädieren.
René González war als Hauptzeuge eingeladen gewesen, aber die britische Regierung verweigerte ihm ein Visum, indem sie ihm mitteilte, dass es für ihn als ehemaligem Häftling, der über vier Jahre inhaftiert war, ausreichende Gründe gebe, ihm die Einreise nach England zu verweigern.

Aus genau diesem Grund hätte er nach London kommen müssen, nämlich um zu erklären, wie ungerechtfertigt jeder Tag dieser ihm auferlegten 13-jährigen Gefangenschaft war. Dennoch schallte Renés Wahrheit durch den Saal, als die Richterkommission und das Publikum ihm über Skype aufmerksam lauschte.
Die Kommissionsmitglieder waren: Zakeria Mohammed Yacoob, ehemaliger Oberster Verfassungsrichter von Südafrika, Philippe Texier, ehemaliger Richter des französischen "Court de Cassation", und Yogesh Kumar Sabharwal, früherer Oberster Richter von Indien. Den Vorsitz hatten Professor Sara Chandler, Vorsitzende auch vom "Human Rights Committee" der "Law Society of England and Wales", und Elizabeth Woodcraft, britische Rechtsanwältin und Autorin.
Die Anwälte der "Cuban Five", Phil Horowitz und Martin Garbus, lieferten die Details zur skandalösen Verweigerung des Rechts der Fünf auf einen fairen Prozess durch das Fehlverhalten der US-Regierung und die vergiftete politische Atmosphäre in Miami. Garbus legte der Kommission ein Dokument von 558 Seiten vor, in dem illegale und geheime Zahlungen an prominente Reporter in Miami aufgeführt werden, die dafür sorgten, dass die Fünf durch höchst vorverurteilende Berichterstattung schuldig gesprochen wurden. Das Dokument ist ein Produkt der Recherche des "National Committee to Free the Cuban Five" über die letzten fünf Jahre, und es enthält auch Garbus’ "Affidavit", die wichtige eidesstattliche Erklärung zugunsten von Gerardo Hernández. Gerardo Hernández’ eidesstattliche Erklärung für seine Unschuld gegenüber der fälschlicherweise erfolgten Verurteilung wegen Verschwörung zum Mord ist ebenso darin enthalten. Der Rechtsanwalt Peter Schey sprach über die Weigerung der US-Regierung, die überaus wichtigen Satellitenaufnahmen von dem Abschuss der Flugzeuge von "Brothers to the Rescue" am 24. Februar 1996 herauszugeben. Der Abschuss wurde fälschlich Gerardo Hernández angehängt, und das ist der Grund für seine drakonische Strafe von zwei Mal lebenslänglich.
Ein Frauengremium am zweiten Tag der Kommission fiel auf den Internationalen Frauentag und betonte die Nöte, die die Mütter, Ehefrauen und Kinder der Fünf durchlitten, und deren obersten Einsatz für die Freiheit ihrer Lieben. Hauptrednerinnen waren Irmita González, die Tochter von René, die bekannte Autorin Alice Walker, Diana Holland, assistierende Generalsekretärin der Gewerkschaft UNITE, Mirta Rodríguez, Mutter von Antonio Guerrero, und Kenia Serrano, Präsidentin des Kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft. Olga Salanueva, die Frau von René, Elizabeth Palmeiro, die Frau von Ramón Labañino, und Adriana Pérez, die Frau von Gerardo Hernández, machten in einer anderen Sitzung bewegende Aussagen.
Unter vielen anderen Rednerinnen waren auch Familienmitglieder der Opfer des antikubanischen Terrorismus’, wie Margarita Morales, deren Vater bei dem Bombenanschlag auf den Flug 455 der Cubana starb (es wurden 73 Menschen durch die Terroristen Luís Posada Carriles und Orlando Bosch ermordet), Betina Corcho, deren Mutter, eine Diplomatin, durch einen Bombenanschlag auf die kubanische Botschaft in Portugal ermordet wurde, und Roberto Hernández, ein Ermittlungsbeamter für terroristische Verbrechen, die gegen Kuba begangen werden. Der frühere Präsident der Kubanischen Nationalversammlung Ricardo Alarcón, der frühere US-Justizminister Ramsey Clark und der Vizepräsident des Europäischen Parlaments Miguel Angel Martínez leiteten einen Ausschuss.
Bei einem großen Konzert am Freitagabend waren die berühmten kubanischen Musiker Eliades Ochoa und Omara Portuondo die Glanzlichter. Alice Walker und andere Persönlichkeiten füllten die Barbican Hall. Auf einem Abschlussessen am Sonnabend wurde den Veranstaltern und Organisatoren u. a. der Cuba Solidarity Campaign, der belgischen Iniciativa Cuba Socialista und den Gewerkschaften UNITE und UNISON Anerkennung gezollt.
Eine vorläufige Abschlusserklärung wurde unter lautstarkem Applaus und stehenden Ovationen als Ergebnis der Kommission verlesen. Der Abschlussbericht wird an Präsident Barack Obama geschickt.
Glückwünsche an die Organisatoren und Teilnehmer für diese bedeutende Veranstaltung.

Deutsch: ¡Basta Ya! (jmb, db)

(Quelle freethefive.org vom 14. März 2014)

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