Der Aktionstag am 12. 3. 2013 für die Freiheit der Cuban 5 in Hamburg

Dreiundfünfzig Teilnehmer haben sich am schönen Alsterufer vor dem US-Konsulat versammelt, drei mehr als ich bei der Anmeldung der Kundgebung als erwartete Personenzahl angegeben habe. Das ist nicht viel für eine so große Stadt wie Hamburg, aber es ist Wahlkampf und der Veranstaltungen sind viele. Ich bin zufrieden, denn gekommen sind Aktive, die für politische Organisationen stehen - AktivistInnen der Friedens- und Frauenbewegung, der Gewerkschaften und der linken Gewerkschafter, der Montagsdemo gegen Hartz IV, von Arbeitsgruppen der Partei DIE LINKE und der DKP, von Voz Latina, der Mapuche- und Chile-Solidarität, der Flüchtlingshilfe, der Freidenker und von denjenigen, die sich um politische Gefangene kümmern, die die Erinnerung an die Brigaden des spanischen Bürgerkriegs pflegen und den Verfolgten des Naziregimes helfen. Peter Gutzeit ist gekommen und singt Lieder von den deutschen Verhältnissen, die zeigen, dass Kommunalpolitik und internationale Politik nichts Getrenntes sind. Als er singt, dass man dem Bundespräsidenten die Leichen aus dem Afghanistankrieg in den Garten schmeißen soll, stelle ich mir vor, dass die Getöteten des US-Imperialismus in dem Park des Weißen Hauses Barack Obama vor die Füße geworfen werden. Die toten Kubaner, die ermordeten Chilenen, die Drohnen-Opfer, die Koreaner, die Vietnamesen, die Leichen aus Nicaragua und El Salvador, die Iraker, Lybier, Syrer. Es sind zu viele und ich stelle mir lieber einen anderen Berg vor.

Nicole Drücker beschreibt für uns die Spitzenaktion und wie unsere Bergerklimmerer trotz eisiger Kälte und Schneeschauern, die die Wegmarkierungen verschwinden ließen, auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, ein Banner entrollten für die Befreiung der Fünf und nach einer kurzen Ansprache mit René Gonzalez telefonierten. Die Solidaritätsaktion am Gipfelkreuz hat geklappt, weil unsere Bergersteigerinnen und Bergsteiger bei dem schlechten Wetter sehr viel Mut bewiesen haben.

Peter Gutzeit merkt an, dass die Aktiven in Hamburg schon sehr in die Jahre gekommen sind. Stimmt, stimmt aber auch nicht. Da ist die junge Genossin, die den Mietwagen fährt und die Tonanlage besorgt hat. Aus Schwerin ist ein Vertreter der SDAJ gekommen und berichtet von den Schwerpunktaktivitäten seiner Organisation für die Cuban 5 in Kuba. Er kommt gerade aus Kuba und ist noch ganz erfüllt davon, was man in einer Gesellschaft alles anders machen kann, wenn man nicht den Profit in den Mittelpunkt stellt.

Wir hören Jürgen Schneider zu, Rechtsanwalt und Strafverteidiger, der weitere politische Gefangene der USA in die Solidarität einbezieht und auf Bradley Manning und Edward Snowden verweist. Den Aufklärern droht wie den Kubanern das Gefängnis. Diejenigen, die Verbrechen begangen haben, werden in den USA nicht zur Rechenschaft gezogen.

Wir legen eine Schweigeminute für den am 9. September verstorbenen Saul Landau ein, der mit seinen Dokumentarfilmen so viel zum Durchbrechen der Mauer des Schweigens um Kuba und die Cuban 5 beigetragen hat.

Wir tragen auch gelbe Bänder - etwas improvisiert hergestellt, mit Cuban-5-Aufdruck auf ein gelbes T-Shirt und als Band daraus ausgeschnitten. Die Stangen von vier Schildern, die freie Durchfahrt für die Ordnungsmacht verlangen, haben wir mit gelben Stofffahnen und roten Rosen geschmückt. Das Gedicht von Antonio Guerrero, "Binde ein gelbes Band", rührt uns alle. Basta Ya, die Solidaritätsorganisation des Netzwerkes Cuba für die Cuban 5, hat es für uns übersetzt.
Peter Werner ist extra aus Kiel angereist und hat Fotos gemacht. Hier könnt ihr sie anschauen

Es war eine gute Veranstaltung. Wir haben 162,60 Euro für die Internationale Kommission und Anhörung, die am 7. und 8. März 2014 in London stattfinden wird, gesammelt. Wir haben den US-Imperialisten gesagt, dass es reicht. Wir haben die internationale Solidarität hochleben lassen.

Brigitte Schiffler, Cuba Sí Hamburg

 
 

Zurück