Hasta siempre, Jean-Guy!

Von Josie Michel-Brüning, 30. August 2016

Der am 16. August 2016 viel zu früh verstorbene kanadische Journalist Jean-Guy Allard bleibt auch für uns unvergessen.

Mit Bestürzung erfuhren wir erst gestern über die "NCN" vom "Netzwerk Cuba - Informationsbüro e.V." den Hinweis auf den Nachruf von Gabriel Molina in der deutschen Ausgabe der "Granma Internacional" auf Jean-Guy, wonach dieser von uns sehr geschätzte investigative Journalist, dem wir so viele interessante Informationen verdanken, verstorben ist, siehe:
Unser kanadischer Journalist
Der kanadische Journalist Jean Guy Allard schrieb überzeugende Artikel in Granma und Granma Internacional, in denen er die Dinge unverblümt beim Namen nannte

Autor: Gabriel Molina internet@granma.cu

Nun ist es uns ein dringendes Bedürfnis, dazu beizutragen, dass auch hierzulande sein Mut als ehrlicher Journalist gegen die Zensur des "Mainstream’s" und die gezielten Desinformationskampagnen über die Realität Kubas anzuschreiben, nicht in Vergessenheit gerät.
Wir wurden erstmalig 2003 auf ihn aufmerksam, als er nämlich in der englischen Ausgabe der "Granma Internacional" am 20. November 2003 einen Sonderbericht über die Machenschaften der "Reporter sans frontiŤre" (Reporter ohne Grenzen) und ihres damaligen Leiters Robert Menárd veröffentlichte, d.h. über dessen gezielte Desinformationskampagne zu Kuba mit finanzieller Unterstützung globaler Werbegiganten wie "Publicis", "Saatchi & Saatchi".
"Zu Publicis wichtigsten Vertragskunden gehören die US-Armee, Bacardí und andere Vertreter der Mafia von Miami, einschließlich einiger, die berüchtigte Terroristen wie Luis Posada Carriles finanzieren," schrieb er damals unter anderem und begründete die Ergebnisse seiner Recherche ausführlich.
Von da an war er einer unserer Lieblingsautoren, die wir gerne übersetzten, zumal er natürlich ebenfalls seine jeweils neusten Erkenntnisse zum Hintergrund des Falls der "Cuban Five" publizierte.
Im Dezember 2006 hatten wir dann die Gelegenheit, ihn in der Granma-Redaktion in Havanna persönlich zu treffen. Er lud uns zu sich nach Hause ein und erzählte uns dort unter anderem auch von seinem neuen Buch, "Miami FBI Terrorist Connection", sagte aber, dass es bisher nur als Manuskript vorliege.
Das interessierte uns brennend, daher boten wir ihm an, es ins Deutsche zu übersetzen und für dessen Veröffentlichung einen deutschen Verlag zu suchen.
Nach einer angeregten Unterhaltung, bei der wir auch in den Genuss der herzlichen Gastfreundschaft seiner hübschen kubanischen Frau kamen und seinen kleinen Sohn kennenlernten, brachte er uns mit seinem "Willy Jeep" ins Hotel D’EAUVILLE zurück, und wir trennten uns von einander - hoffnungsfroh mit der Aussicht auf ein gelungenes Unterfangen.

Nachdem wir die Übersetzung 2007, etliche Wochen später, fertig gestellt hatten, suchten wir nach einem Verlag, erhielten aber - wohl als "Nobodies" - lauter Absagen. Weder Papyrossa, noch Wiljo Heinen wollte sich auf "das Risiko" einlassen. Dann machte uns der damalige Verleger von "Che & Chandler" Hoffnung, aber der bekam dann leider einen Herzinfarkt...

Danach fragten wir Jean Guy, ob er damit einverstanden sei, wenn wir unsere Übersetzung seines Buches auf diese Website setzten, und Jean Guy willigte ein.
Eine Weile lang korrespondierten wir noch über die uns jeweils bewegenden Themen per E-Mail mit einander, doch plötzlich konnten wir ihn nicht mehr erreichen.
Auch Jean-Guy war dieser Umstand nicht erklärlich, wir erhielten schließlich eine E-Mail eines seiner Freunde im französischsprachigen Teil Kanadas, über die er uns vorschlug, ihm zukünftig über diesen Umweg zu schreiben. Ach, ja, und auch das klappte schließlich nicht mehr.
CIA lässt grüßen?
So war es leider bei einer einmaligen Begegnung geblieben. Trotzdem ließen wir uns seine weiteren Veröffentlichungen natürlich nicht entgehen, wie es auch aus unseren Übersetzungen für diese Website ersichtlich ist.
Unter den Rubriken "Kubaner"; und "Presse" finden Sie zahlreiche Übersetzungen von Artikeln von Jean-Guy Allard.
Nach seinem Besuch einer der jeweils in Holguin abgehaltenen "Internationalen Konferenzen zugunsten der Cuban Five" brachte uns das Komitee-Mitglied Günter Belchaus die 2008 im kubanischen Verlag "Editora Politica" erschienene spanischsprachige Ausgabe, "La Conexión terrorista del FBI" mit einer persönlichen Widmung von Jean-Guy mit, weil er Jean-Guy dort hatte treffen können. Wir waren gerührt. Jean-Guy hatte uns also nicht vergessen.
Aber auch unser Dank per E-Mail konnte ihn wohl nicht mehr erreichen.

Die ‹bersetzung des Buches "Miami FBI Terrorist Connection" finden Sie HIER:

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